Quelle: LHM Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Quelle: LHM Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Wir, viele Bürger von Kirchtrudering, der Messestadt Riem und der Friedenspromenade, sind überzeugt, dass unter der Umfahrung Kirchtruderings die Lebensqualität vieler Messestädter, Kirchtruderinger und Anwohner der Friedenspromenade nicht tragbare Einbußen erleiden würde. Die Umfahrung Kirchtruderings wird zum Beispiel dazu führen, dass weiterer Durchgangsverkehr angezogen wird. Damit wird sich das Verkehrsaufkommen insgesamt ohne spürbare Entlastung des Am Mitterfeld für alle Anwohner deutlich erhöhen.

 

Daher sehen wir eine Ostumfahrung Kirchtruderings als absolut nicht notwendig an, die aufgezeigten Nachteile überwiegen die Vorteile klar. Sie würde Trudering/Riem insgesamt sogar deutlichen Schaden zufügen, der alten Idee eines Ausbaus der Friedenspromenade und deren Anbindung an die Ständlerstraße wäre damit wieder Tür und Tor geöffnet.

 

Am 2. Mai 2012 hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung ein Gutachten über die Umfahrung Kirchtruderings verfasst. Dieses setzt sich durchwegs kritisch mit dem Vorhaben auseinander. Die wichtigsten Argumente des 32-seitigen Dokuments  lauten folgendermaßen (original zitiert):

 

 

Seite 5:

"Der Vorschlag einer Umfahrung Kirchtruderings wurde erstmals 2003 im Verkehrsgutachten von Prof. Kurzak im Rahmen des „Verkehrsgutachtens für den Münchener Osten“ als sog. Planfall 4.1 vorgestellt. Von Seiten der Verwaltung wurde diesem Vorschlag damals nicht uneingeschränkt gefolgt, weil sich die gewünschten Entlastungswirkungen nicht einstellten, sondern sich ausschließlich auf die Straße Am Mitterfeld (-6.000 Kfz/Tag) beschränkten. In der Truderinger Straße in Bereich des Ortskerns war sogar eine Verkehrszunahme von 1000 Kfz/Tag zu verzeichnen."

 

Seite 13:

"Die Ergebnisse der weitergehenden verkehrlichen Untersuchung (Kapitel 3) zeigen, dass die die positiven verkehrlichen Auswirkungen einer Umfahrung ausschließlich im Bereich eines Teilabschnittes „Am Mitterfeld“ (Bestandsbelastung derzeit 15.500 Kfz/ Tag) zu erzielen sind. Folglich kommt einer Umfahrungstrasse primär eine kleinräumige Entlastungsfunktion zu."

 

Seite 21

„Mit einer Umfahrung Kirchtruderings (Planfall 1) entsteht eine lokal begrenzte Verkehrsverlagerung (Anlage 11) die zur Entlastung für die Straße Am Mitterfeld und für die Emplstraße führt. Ansonsten sind keine weiteren positiven Wirkungen auf Trudering zu erwarten. Für diese einseitige Entlastung müsste eine Umfahrungsstraße gebaut werden, die zusätzlich eine verkehrsinduzierende weiträumige Sogwirkung auf den Verkehr ausübt und die Funktion einer Hauptverkehrsstraße gemäß Verkehrsentwicḱlungsplan (VEP) übernimmt.“

 

Seite 22:

„Eine Umfahrung Kirchtruderings konterkariert in den Trassenvarianten 2 und 3 den Kerngedanken des Planungskonzeptes für die Messestadt Riem, welcher eine intensive Verzahnung von Stadt und Landschaft vorsieht. (...) Hochwertige Standorte für Wohnbebauung am Park werden qualitativ erheblich abgewertet oder gehen verloren. Wesentliche Aspekte der Erholungsfunktionen, des Landschaftsbildes und der Ökologie werden gravierend beeinträchtigt. Durch verschiedene Besitzverhältnisse der betroffenen Grundstücke entstehen Realisierungs-Risiken und Kosten.  da sie in jeder möglichen Trassenführung mit negativen Auswirkungen im Bereich des Städtebaus und der Landschaftskonzeption verbunden ist.“

 

Seite 23:

Fazit und weiteres Vorgehen

"Als Ergebnis der vergleichenden Betrachtung muss festgestellt werden, dass eine Umfahrung Kirchtruderings zur Verkehrsberuhigung von Straß- und Kirchtrudering nicht alle verkehrlichen, städtebaulichen, landschaftsplanerischen und immissionstechnischen Vor- und Nachteile sowie die erheblichen finanziellen Aufwendungen ausgleichen kann. Die Entlastungswirkungen treten nur lokal begrenzt auf und stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu den erheblichen Nachteilen für den 5. BA Wohnen der Messestadt Riem und den daran anschließenden Riemer Park.“